DAV Landesverbandskonferenz tagt in Stuttgart

v.l.n.r.: RA Michael Dudek (München), RA Marc Y. Wandersleben (Hannover), RA Prof. Dr. Peter Kothe (Stuttgart), RA Detlev Heyder (Freiburg)

LVK

DAV Landesverbandskonferenz tagt in Stuttgart. Die Vertreter in der Landesverbandskonferenz im Deutschen Anwaltsverein (LVK) haben am 9. September 2016 in Stuttgart getagt. Gegenstand war der Austausch war das aktuelle Berufsrecht und der digitalen Entwicklung des Rechtsberatungsmarkts.

Der DAV-Geschäftsführer RA Udo Henke (zuständig für das Berufsrecht) stellte Einzelheiten des vom Bundesministerium der Justiz im Mai 2016 vorgelegten (296 Seiten umfassenden) "Entwurfs eines Gesetzes zur Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie und zur Änderung weiterer Vorschriften im Bereich der rechtsberatenden Berufe" vor.
So soll es u. a. Neuregelungen geben, die Kenntnisse des Berufsrechts im zeitlichen Zusammenhang mit der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft fordern, die Inhalte der Verzeichnisse der Rechtsanwalts- und Patentanwaltskammern betreffen, das besondere elektronische Anwaltspostfach ab 1.1.2018 zur verbindlichen Nutzung vorschreiben,
- die Fortbildungspflicht der Rechts- und Patentanwälte sowie - die Wahlen zum Vorstand der Berufskammern betreffen.
(Der Rechtsausschuss des Bundestages hat am 12.9.2016 diverse Änderungen vorgeschlagen.)
Kollege Henke stellte auch die aktuellen Überlegungen zur nächsten RVG-Reform und einige wichtige Urteile zum Berufsrecht vor.
 
Die 28 Teilnehmer diskutierten weiter über verschiedene Phänomene des sog. Legal Techs, wie die Konkurrenzsituation, die Zulässigkeit nach dem RDG oder das Fremdbesitzverbot. Sodann berichtete jeweils ein Landesvertreter über relevante Entwicklungen in seinem Bundesland, wobei z. B. der Umbau von Gerichten zu Justizzentren oder Spezialisierungen oder der Umgang mit Rechtsberatungsstelen eine Rolle spielten.
 
Im Anschluss an die sehr informative Tagung lud der Anwaltsverband BW seine Gäste zu einem geführten Stadtrundgang im Zentrum Stuttgarts sowie zum geselligen Umtrunk bei der Stuttgarter Markthalle ein.

Am Vortag hat der Anwaltsverband Baden-Württemberg zu seinem 40-jähriges Jubiläum eingeladen. Zu den zahlreichen Gästen zählten nicht nur die übrigen 15 Landesverbände und Vertreter des DAV, sondern Vertreter aus Politik, Justiz und Gesellschaft.

 

Landesverbandskonferenz (LVK)
Seit 1996 treffen sich die Vertreter der Landesverbände mindestens einmal jährlich zum Erfahrungsaustausch bei der Landesverbandskonferenz. Dabei hat es sich eingebürgert, jeweils in ein anderes Bundesland zu reisen. Dadurch erfahren die Teilnehmer von den unterschiedlichen rechtspolitischen Entwicklungen in den 16 einzelnen Bundesländern oder relevanten Veränderungen in der Justiz.

Die LVK ist ein satzungsmäßiges Organ des Deutschen Anwaltvereins e. V.. Sie kann Beschlüsse über Vorlagen an die Mitgliederversammlung des DAV oder an seinen Vorstand fassen. Ihr jeweiliger Vorsitzender ist automatisch Mitglied im Vorstand des DAV und kann somit den Anliegen der Landesverbände eine besondere Stimme verleihen.

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